Baumwesen mit Haarmähnen

Altstadtsaal

Landsberger Tagblatt, Mittwoch, 21.11.2018 von Birgit Kremer

Baumwesen und Haarmähnen

Fotografien von Harry Sternberg. Ein Naturerlebnis

Gibt es Baumwesen? Die Frage lässt sich eindeutig bejahen, man muss lediglich genau hinsehen, und schon entdeckt man den schiefen Kopf eines seltsamen Käuzchens, die gewaltigen Krallen eines riesigen, noch unbekannten Raubvogels oder die unter eigenwillig anmutenden, schirmartigen Haarmähnen verborgenen Gestalten, die sich stillschweigend zu einer Art Waldschratversammlung zusammengefunden zu haben scheinen. Sie alle leben als Mimikry in der schartigen, aufgebrochenen Rinde von Baumstämmen und geben sich nur demjenigen zu erkennen, der sich von ihrer vordergründigen Tarnung nicht in die Irre führen lässt.

Der Fotograf Harry Sternberg sieht genau hin und entdeckte auf diese Weise die in seiner aktuellen Ausstellung „Natura“ präsentierten Naturmotive. Es ist die ebenso unmittelbarewie völlig selbstverständliche Ästhetik dieser Aufnahmen, die einem schier den Atem raubt. Und dies gilt ausnahmslos sowohl für die Farbfotografien als auch für die Naturbilder in Schwarz-Weiß, obwohl beide ihren jeweiligen Reiz unterschiedlichen Techniken verdanken. Gerade die Farbaufnahmen besitzen eine ungeheure Tiefe, die der Künstler durch Fotodruck auf gebürstete Alu-Dibondplatten erreicht.Das Trägermaterial nimmt die Farbschattierungen in unterschiedlichen Abstufungen auf, je heller die Farbe, desto geringer ist der Farbauftrag und desto mehr scheint die silbrig reflektierende Oberfläche des Aluminiums durch. Der so entstehende metallische Schimmer verleiht den Bildern ein intensives Glühen und öffnet den Bildraum nahezu unendlich weit,sodass der Betrachter selbst Teil des abgebildeten Landschaftsmotivs zu werden scheint. Gerade für die Wiedergabe von verschiedenartigen, dicht beieinanderstehenden Baumstämmen wie in „Tann“ oder herabgefallenem Laub wie in „Blattwerk“ eignet sich diese Technik hervorragend, spiegelt sie doch sämtliche Schattierungen der Realität subtil wider und bricht sie gleichzeitig in das Surreale. Ganz anders dagegen die Detail-aufnahmen einzelner Baumstammabschnitte, die in Schwarz-Weiß auf Bütten gezogen sind und mit ihren reduzierten, dadurch teils umso stärkeren Kontrasten von den Anstrengungen und Zufälligkeiten natürlichen Wachstums erzählen. Trotz allem lassen sich Strukturen und Muster erkennen, die sich unendlich ausdehnen und in denen man sich letztendlich verlieren kann. Halt geben die der Serie ihren Titel verleihenden „Baumwesen“, die das fantasiegeübte Auge entdecken, jedoch nicht zwangsläufig enträtseln kann. Das ist jedoch gar nicht nötig, denn diese skurrilen Gestalten führen ein Leben jenseits aller Ratio.Seine beeindruckenden Motive findet der Fotograf in der Umgebung von Utting, vielfach im sogenannten Seeholz, bei aufmerksamen Gängen durch die Natur. Die Baumwesen und Naturansichten sind bis einschließlich 10. Dezember im Altstadtsaal der VR-Bank zu sehen, geöffnet ist Dienstag bis Sonntag, jeweils von 9 bis 18 Uhr. Harry Sternberg ist am Sonntag, 25. November, von 13 bis 17 Uhr selbst anwesend und wird für Gespräche zur Verfügung stehen. (krem)

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Der Schatz im Ammersee

Süddeutsche Zeitung, Starnberg – Kultur, 5. November 2018, 22:13 Uhr

Ausstellung

Zur Biennale zeigen 41 Künstler in Dießen nicht nur große Formate und eindrucksvolle Motive, sondern auch Pretiosen, die das Leben am Ufer humorvoll oder kurios illustrieren. Die gelungene Ausstellung ist noch bis 17. November im Blauen Haus zu sehen

Von Katja Sebald , Dießen

Die Macher der aktuellen Ausstellung im “Blauen Haus” in Dießen haben, wenn alles gut geht, mit der “Biennale Blau” eine schöne neue Tradition begründet: Die von Christiane Graf, Elke Jordan und Gregor Netzer organisierte Bilderschau zum Thema “Blau” soll künftig im Zweijahresturnus am selben Ort stattfinden. Und die drei haben auch sonst alles richtig gemacht: Sie tragen mit der überregionalen Ausschreibung zur Belebung der lokalen Kunstszene bei und stellen gleichzeitig mit dem Motto “Der See und wir” einen Ortsbezug her. Sie haben mit der Münchner Kunsthistorikerin Karin Sagner eine unabhängige Kuratorin verpflichtet und selbst keine eigenen Arbeiten eingereicht, obwohl alle drei künstlerisch tätig sind.

Zum Thema “Der See und wir” hat Grazyna Guerrero ihre ganz eigene Version der “Geburt der Venus” beigesteuert.  (Foto: Franz Xaver Fuchs)

Am Ende aber setzten sie ihren künstlerischen Blick ein, um aus 73 höchst unterschiedlichen Arbeiten von 41 Künstlern eine harmonische und trotzdem abwechslungsreiche Ausstellung zu arrangieren. Das ist umso beachtlicher, als bei Weitem nicht alles als große Kunst gelten kann, was nun in den beiden Räumen versammelt ist. Vor allem im Bereich Skulptur und Installation hätte man sich aussagekräftigere Exponate gewünscht.

Qualitätvolles ist allerdings aus den Bereichen Malerei und Fotografie zu sehen. So sind etwa die großzügig impressionistischen Bilder von Angelika Böhm-Silberhorn schöne Beispiele der Plein-Air-Malerei im wahrsten Sinne des Wortes: Im Ausstellungskatalog berichtet die Malerin, dass sie für das erste ihrer großformatigen Gemälde von ins Wasser springenden Kindern mitsamt ihrer Staffelei auf die oberste Plattform des Uttinger Sprungturms geklettert ist. Für das zweite saß sie zwar weiter unten, wurde dann aber beim Malen hin und wieder von hochspritzendem Wasser erfrischt. Malerische Qualität haben aber auch die figürlichen Darstellungen von Gudrun Daum und das abstrakte Diptychon “Im Seedschungel” von Lisa Rodrian.

Unter vielem Anderen ist ein Objekt von Thorsten Fuhrmann ausgestellt.(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Die Bandbreite der fotografischen Arbeiten reicht von den stark abstrahierten und farblich reduzierten “Zeichen im Wasser” bei Svea Graf über die stimmungsvollen Spiegelungen von Frank Fischer bis hin zu einer extrem stark bearbeiteten und farblich völlig überdrehten Aufnahme von Joachim Skambraks. Zurückhaltend und still sind die herbstlichen Momentaufnahmen am Ammerseeufer von Matthias Seitz; höchst ästhetisch die Bilder von Seeoberflächen, zu denen sich Kai Roman Schaufler am Chiemsee inspirieren ließ. Einen “Wintersturm” am Ammersee zeigt der Uttinger Fotograf Harry Sternberg: Die durch den Direktdruck auf gebürsteten Alu-Dibond erzielte Oberflächenstruktur ergänzt das eigentliche Bild auf spannende Weise.

Das Bild “Blue Sail”der Dießener Künstlerin Gabriele Rothweiler ist in der Kunstausstellung im Blauen Haus ausgestellt. (Foto: Franz Xaver Fuchs)

Es sind jedoch nicht nur die großen Formate und die eindrucksvollen Motive, die den Reiz dieser Ausstellung ausmachen. Unter den Exponaten finden sich auch einige kleine Preziosen, die das Leben am und im See auf humorvolle oder vielleicht auch nur einfach kuriose Weise abbilden. So hat etwa Trine Pesch irgendwo am Seeufer drei “Luftiküsse” gefunden: Das sind bezaubernde, merkwürdige Objekte aus Filz und Samenkapseln. Gislinde Schröter warnt mit einer filigranen Objektcollage aus Angelschnüren mitsamt Haken vor der “zarten Gefahr” unter Wasser und Michelle Schratz hat in Windach ein kleines Papierfischlein gefangen.

Sylvia Leutelt hält auf Bierdeckeln mit spitzer Feder ihre Eindrücke von Stammtischen in Seenähe fest und Sybille Engels zeichnet gleich im Strandbad. Unverwechselbar und immer wieder schön anzuschauen sind die lebendigen Szenen, die Martin Burger in Utting am See findet und sowohl mit Kreide wie auch Acrylfarbe auf Zeitungspapier bannt.

Die Ausstellung “Der See und wir” ist noch bis zum 17. November 2018 täglich von 13 bis 18 Uhr sowie donnerstags und freitags bis 20 Uhr im “Blauen Haus” in der Prinz-Ludwig-Straße 23 in Dießen zu sehen

Biennale Blau Diessen – Der See und wir

41 KünstlerInnen zu einem Thema

vom 4. bis zum 17 November im Blauen Haus, Prinz-Ludwig-Str. 23 und VR-Bank, Herrenstraße 5, Diessen am Ammersee
Die Vernissage findet am Sonntag, den 4. November um 15:00 Uhr im Blauen Haus in Diessen statt.

„Die Landschaft prägt den Menschen, der in ihr lebt. Sie ist bedrohlich, erzeugt Einsamkeit, ist lieblich und auch Zuhause. Hat man den Ammersee vor der Haustür, ist die Beschäftigung mit ihm unausweichlich, besonders für Künstler. Seit mehr als 150 Jahren ist der See und die Region für viele bedeutende Künstler Ort der Inspiration und künstlerische Heimat. Was diese Auseinandersetzung heute bewirkt, kann in der Ausstellung ‚Der See und wir‘ vom 4. bis zum 17. November im Blauen Haus in Diessen am Ammersee bestaunt werden.“

Kunst von Natalia Alf, Kurt Bergmaier, Angelika Böhm-Silberhorn, Martin Burger, Gudrun Daum, Sybille Engels, Monica Fessl, Dieter Finzel, Frank Fischer, Walter Friesenegger, Thorsten Fuhrmann, Monica Gayer, Martin Gensbaur, Reinhard Giebelhausen, Svea Graf, Silvia Großkopf, Grazyna Guerrero, Christine Herr-Tropp, Verena Kloos, Heide Karin Konwalinka, Zdenek Kotala, Carmen Kubitz, Katharina Lehmann, Sylvia Leutelt, Silvia Mühleisen, Burkhard Niesel, Trine Pesch, Tanja Popp, Lisa Rodrian, Ramona Romanu, Gabriele Rothweiler, Kai Schaufler, Leonhard Schlögel, Michelle Schratz, Ulrike Schroeter, Gislinde Schröter, Matthias Seitz, Joachim Skambraks, Harry Sternberg, Axel Wagner, Klaus Wingefeld

DATEN
‚Der See und wir‘ vom 4. Nov bis zum 17. Nov 2018 im Blauen Haus, Prinz-Ludwig-Str. 23, 86911 Diessen.

Vernissage: Sonntag, 4. November, 15 Uhr im Blauen Haus, Dießen.

Finissage: Samstag, 17. November, 19:30 Uhr im Blauen Haus, Dießen.

Öffnungszeiten:
Mo, Di, Mi 13 bis 18 Uhr;
Do, Fr 13 bis 20 Uhr;
Sa, So 13 bis 18 Uhr
und VR-Bank, Herrenstraße 5, 86911 Diessen (geöffnet zu den Geschäftszeiten)

Mein Beitrag zur Ausstellung

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Kunst im Blauen Haus “Blau II”

Artikel Starnberger SZ vom 5. November 2017

Zeitungsartikel: Kreisbote Landsberg

 

 

Teilnehmer: Aghni Bauer # Agnese Martori # Angelika Böhm-Silberhorn # Annunciata Foresti # Barbara Manns # Barbara Tanck # Burkhard Niesel # Carmen Kubitz # Christiane Graf # Christiane Herold # Christiane Noll # Christine Herr-Tropp # Christian Wahl # Christoph Franke # Claudio Wingefeld # Cornelia Rapp # Dieter Finzel # Doris Trummer # Elke Jordan # Gert Stachora # Gregor Netzer # Gertraud Dankesreiter # Hajo Düchting # Hannes Kinau # Harry Sternberg # Heide Konwalinka # Helmut Hager # Inge Frank # Josef Lang # Josef Thalhofer # Jürgen Rogner # Jürgen Wassmuth # Kathleen Canady # Kurt Bergmair # Lisa Rodrian # Martin Burger # Martin Gensbaur # Monika Lehmann # Nani Weixler # Oswald Müller # Silke Gottschalk # Silvia Großkopf # Stephan Grundler # Svea Graf # Thomas Schmidt # Trine Pesch # Ulrike Schroeter

 

BILDER, BRIEFE, NOTEN XCII / 26 Künstler aus dem In-und Ausland

BILDER, BRIEFE, NOTEN XCII / 26 Künstler aus dem In-und Ausland

 

GUDRUN ABDIN # KURT BERGMAIER # SUSANNE BRANDENBURGER # SERIO DIGITALINO # MARTIN GENSBAUR # SUSANNE HAUENSTEIN # SABINE HENNING # SILKE HOFFMANN # ULGHAFOR HUSSEIN # RENATE JUNG # ROSEMARIE KOBER # EDDA KOCH-KÖNIGER # BRIGITTE KÖRBER # GABRIELE KUBITSCHEK # GEORGETTE KÜNSEMÜLLER # SIGRUN LUHN # ALEXANDRA MARKOWSKI # JOHANN MAYER-RIECKH # LASZLÓ RACZ # ANDREA REINERS # MICHI SCHMUCKER # SOPHIE SEIDL # DOUGLAS SMYTH # HARRY STERNBERG # EDITH SUCHODREW # WOLFGANG TOMÁSEK

 

Ausstellungseröffnung: Freitag, den 27. Oktober 2017, ab 19 Uhr

20:30 Uhr: GERD HOLZHEIMER liest aus seinem Buch: „Da kloa Prinz” (Antoine de Saint Exupéry), ins Bairische gebracht (Allitera Verlag. München) ,,Wo wohnt er denn“, Gedicht von Cyrus Atabay (6.9.29 – 26.1.96) rezitiert von Tim Weverinck Einführung in die Ausstellung: Gudrun Bouchard um 20.30 Uhr

Finissage: Donnerstag, den 9. November, ab 19 Uhr

20:30 Uhr: ANATOL REGNIER liest aus seinem Tatsachen#Roman: ,,Damals in Bolechów“ / Eine jüdische Odyssee (btb Verlag, Verlagsgruppe Random House, München) Einführung in die Lesung: Gudrun Bouchard,

Ausstellungsdauer: 27.10. -.09.11.2017

Gefördert durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München

AUSSTELLUNGEN ZEITGENÖSSISCHER KUNST IN VERBINDUNG MIT AUTORENLESUNGEN SEIT 1977

AUTOREN GALERIE 1 PUNDTERPLATZ 6/IV
80803 MÜNCHEN-SCHWABING TEL. 089/395132, FAX 089/396788 info@autorengaleriel-muenchen.de
www.autorengalerie1-muenchen.de

Öffnungszeiten: Mi Fr 13-18:30,  Sa 10-14 Uhr u. n. V

9. Uttinger Ateliertage 2017 – Landsberger Kreiskulturtage

Flucht und Vertreibung

Presseartikel:

Utting zwischen Mensch und Kunst – Süddeutsche Zeitung, Starnberg

Fotogalerie und ein kleiner Film zu den Kreiskulturtagen Landsberg

Während der 9. Uttinger Ateliertage und im Rahmen der diesjährigen Landsberger Kreiskulturtage zeige ich vom 24. Juni bis zum 09. Juli im Summerpark in Utting unter dem Motto “Mensch und Raum” eine fotografische Dokumentation der Lebenssituation zweier Menschen mit Migrationshintergrund: Franz R. und Abd Allah A. stammen aus völlig unterschiedlichen Lebensräumen und Kulturen, gemeinsam ist ihnen jedoch die Erfahrung von Flucht und Vertreibung sowie ihre neue Heimat Utting.

 

 

Flyer: http://www.uttinger-ateliertage.de/Images/Flyer_2017_A4.pdf

Offenes Atelier in Fischen/Pähl am 1. und 2. April 2017

Eröffnung der Ausstellung am Samstag, 1. April / 16-21 Uhr
Angelika Paschmann und Peter Grochol, Am Weißbach 28, 82396 Pähl/Fischen 

Weitere Öffnungszeiten: Sonntag, 2. April / 14-19 Uhr

Dauer der Ausstellung bis 14. Mai 2017

Insgesamt zeigen acht Künstler ihre Arbeiten der Malerei, Fotografie, Holzkunst und Keramik.

Am Samstag den 1. April um 19 Uhr 30 gibt es ein Konzert mit Kompositionen von Peter Grochol, die er auf dem Piano vorträgt, begleitet von Youssou Ndiaye, Percussion.

 

 

www.paschmann-keramikkunst.de

www.peter-grochol.de

www.willi-seitz.de

www.sigrid-w-mathews.de