“schiNtzeljagd” von Ramona Schintzel

Die Ausstellung ist Teil des Projekts Happening der bildenden Kunst 2021 des Vereins Kunst hält Wache e.V. und gleichzeitig Teil des Kultursommers 2021 Landsberg.

Der Kultursommer Landsberg 2021 #KS2021LL wird im Programm Kultursommer 2021 durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) mit Mitteln aus NEUSTART KULTUR gefördert.

Die Ausstellung

Von 16. Oktober bis 14. November wird im und um den raumB1 in Utting am Ammersee die Bilderausstellung „schiNtzeljagd“ stattfinden. Die Ausstellung umfasst im Kern klassische Portraitarbeiten in Öl auf Leinwand, die im Kontext der Umgebung und des Ausstellungsraumes unter Verwendung weiterer Requisiten installiert werden.

Im Bereich um den raumB1 und den Summerpark auf der Wiese bis hin zum Dampfersteg wird eine schiNtzeljagd (hier wird mit dem Nachnamen der Künstlerin kokettiert) geboten werden, im traditionellen Sinn einer Schnitzeljagd. Mehrere Stationen mit Bildern befinden sich auf dem Areal zwischen Summerpark und dem raumB1. Anhand der Bilder und begleitender Texttafeln werden Geschichten erzählt und miteinander verwoben, die so oder so ähnlich an Ort und Stelle stattgefunden haben könnten. So wird der Besucher auf einen Rundgang geführt, während dessen sich die Geschichte der spielenden Kinder und anderer Protagonisten Stück für Stück aufbaut, um ihren Abschluss in einer Installation im raumB1 zu finden.

Die im Freien ausgestellten Werke sind im Freigelände zwischen dem Bahnhof Utting und dem Seeufer sowie im Umfeld des raumB1 am Bahnhofsplatz auf der anderen Seite des Bahnhofs zu finden.

Plakat: fienbork-design

Die Künstlerin

Foto: Dieter Reichler, München

Ramona Schintzels Genre umfasst die Portraitmalerei. Einzelne Personen oder Gruppenportraits finden sich immer wieder. In ihren meist klein- bis mittelformatigen Malereien und Zeichnungen, dienen der Künstlerin Fotografien von Freunden und Bekannten oder aus dem eigenen Familienalbum als Vorlage.

Schintzels Bilder sind ohne Titel. Die dargestellten Personen bleiben namenlos in Erinnerung. Es sind Kinder, Erwachsene und ältere Menschen. Meistens in klassischer Portraitpose, gelegentlich wie durch einen Schnappschuss eingefangen. Sie entstammen Bildern, die typisch für Familienalben sind: Die stolze Großmutter mit ihrem Enkel, das fein herausgeputzte Erstkommunionskind, die Familie mit ihrem Hund, beste Freunde, klerikale Würdenträger, der Gewinner eines Wettbewerbs.

Wir bekommen einen intimen, flüchtigen Einblick in das Bürgerliche, das Katholische, deutscher Familien. Die Personen und Momente, an die wir uns erinnern möchten, scheinen hier eingefangen zu sein.

In Malerei oder Zeichnung übersetzt, erhalten die Protagonisten aus den fotografischen Vorlagen eine neue Identität. Jetzt konfrontieren sie den Betrachter scheinbar fragend und halten eine subtile Balance zwischen allseits bekannter Normalität und unterschwelliger Bedrohung.

Die zuerst wahrnehmbare gegenseitige Nähe und Verbundenheit der Akteure in Schintzels Bildern wendet sich in Distanz. Familie, Verwandte, Freunde wirken zunehmend als mögliche Gegner. Hält die unausgesprochen geforderte Loyalität gegenüber Familie, Freunden, oder der Gruppe tatsächlich?

Wie viel bürgerliches Idyll ist wirklich schön? Wann wird es zum Zwang oder sogar grotesk?

Wie sieht es heute damit aus?

Die Künstlerin überlässt es uns, diese Frage auszuloten.

Kurzvita

Ramona Schintzel

Freie Malerin

1982
Geboren in München


2002 – 2009   
Studium der freien Malerei und Grafik an der Akademie 
der Bildenden Künste in München bei Professor Axel Kasseböhmer

2007        
Meisterschüler bei Prof. Axel Kasseböhmer

2009         
Diplom für freie Malerei und Grafik bei Professor Axel Kasseböhmer 

2015 – 2017
Studium Bildnerisches Gestalten und Therapie an der Akademie der Bildenden Künste München bei Professor Senta Connert

2020

Diplom für freie Malerei und Grafik bei Professor Schirin Kretschmann

Auszüge der bisherigen Ausstellungen

2020„Kunst hält Wache“, Alte Wache, Landsberg am Lech  
2020„Blaue Zipfel – Für Axel“, Galerie der Künstler, Bund Bildender Künstler, München  
2017-2018“Familienbilder”, Café Kosmos, München  
2009-2016zahlreiche Einzel- und Gruppenpräsentationen, Galerie Julia Garnatz Köln  
2013Volta 9 Basel / CH Einzelpräsentation Galerie Julia Garnatz Köln  
2012“Cologne Contemporaries” Kunstverein Köln  
2011„Souvenir“ Kunstarkaden München, lange Nacht der Museen, München  
2009Stipendium des Goethe Institut in Griechenland (Delphi / Hydra / Athen)  
2008Stipendium der Akademiestiftung

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