Kategorie: Allgemein

  • Leben in Blasen

    Die fotografische Performance entstand 2010 bei einem Straßentheaterfestival in Krakau.

    Zwei Menschen in einer transparenten Blase – sichtbar und doch abgeschirmt, nah und zugleich getrennt.

    Ein Bild, das für mich heute aktueller wirkt denn je. Wer gehört zu unserer Blase – und wer bleibt draußen?

    Foto: ©Harry Sternberg, 2010

    In unserer heutigen Zeit gibt es viele Spaltungen in der Gesellschaft. Menschen ziehen sich oft in ihre eigenen auch digitalen Welten zurück, sogenannte „Bubbles“. Diese Blasen können Schutz geben – aber sie können auch dazu führen, dass wir uns von anderen abschotten. Sie schaffen Nähe, aber auch Ausgrenzung.

    Die Frage ist: Wer gehört zu unserer Blase – und wer nicht? Wen nehmen wir wahr, und wer bleibt unsichtbar? Die Arbeit beschäftigt sich mit den Übergängen zwischen Körper, Raum und Gesellschaft. Gerade heute mit der Digitalisierung spüren wir diese Grenzen und Verbindungen besonders stark. Algorithmen entscheiden mit, was wir sehen und glauben. Politische Gruppen entfernen sich voneinander. Viele Menschen bleiben lieber in ihrer eigenen Komfortzone.

    Das Bild stellt wichtige Fragen: Wie wollen wir als Gesellschaft zusammenleben? Wie viel Nähe ist echt – und wie viel nur scheinbar? Es fordert uns auf, unser Miteinander neu zu überdenken.

    Denn heute zu Leben heißt oft in Blasen leben.

  • EN PASSANT – Ein neuer Blick

    EN PASSANT – Ein neuer Blick

    Mit dem Smartphone in der Tasche, ohne Inszenierung, ohne Eile – sehe ich. Meine Bilder entstehen en passant, im Vorübergehen.

    Sie sind Fragmente des Alltags, Fundstücke des Moments, stille Beobachtungen am Rand. Keine Suche, kein Plan – nur ein offenes Auge.

    Das Smartphone wird seit 2017 zu meinem Skizzenbuch. Ein Werkzeug der Reduktion, nicht der Perfektion. Ein Mittel, um wieder zu sehen – nicht nur zu knipsen.

    In einer Zeit, in der Fotografie oft zur schnellen Geste verkommt, zur Währung in sozialen Netzwerken, habe ich mich bewusst aus Facebook, Instagram und Whatsapp zurückgezogen.

    Ich veröffentliche nicht mehr, um zu performen, sondern ich gehe wieder den Weg über Ausstellungen.

    Diese Arbeit ist eine Rückkehr zur Langsamkeit des Blicks. Es ist ein leises Sehen, das sich gegen das Laute stellt. Keine schnellen Likes, keine Filter, kein Algorithmus. Nur Licht. Form. Zufall.

    „En passant“ oder „Im Vorbeigehen“ ist mein Versuch, der Welt wieder auf Augenhöhe zu begegnen.

    Nicht durch das Objektiv einer Kamera, sondern durch das Bewusstsein eines bewussten Blicks.

    Fotoserie aus dem Buchprojekt „en passant“, 2018

    ©Harry Sternberg

  • Was vom Bauern- und Künstlerdorf bleibt

    Das Buch aus 2002 zum Projekt und zur Ausstellung

  • Harry Sternberg und sein raumB1 am Uttinger Bahnhof

    Stand: 08.04.2024, 15:24 Uhr

    Harry Sternberg vor dem raumB1 in Utting
    Harry Sternberg verlässt den raumB1: Nach sechs Jahren übergibt der Uttinger Künstler und Kurator den Raum am Bahnhof an seine Nachfolger. © Setzer

    Wer in Utting zum Ammersee möchte, egal wie er anreist, kommt unweigerlich an der Bahnhofstraße eins vorbei. Früher befand sich an der zentralen Adresse die Touristeninformation der Gemeinde in einem kleinen Pavillon aus den 70er Jahren. Jetzt befindet sich dort der über die Landkreisgrenzen hinweg bekannte Kulturort „raumB1“. Lange zeit hat ihn Harry Sternberg kuratiert. Jetzt ist es für ihn an der Zeit, ‚seinen‘ Raum weiterzugeben.

    Utting – Der raumB1 ist ein pulsierender und spannender Ort für Kunst, Kultur und Begegnung. Zu verdanken ist das Harry Sternberg, der als rühriger Gründer und Kurator das B1 seit nunmehr sechs Jahren als eine Erfolgsgeschichte betreibt; ohne das B1 wäre die Kulturregion Ammersee ärmer.

    Die Idee, einen Begegnungsort für Kunst und Kultur zu schaffen, beschäftigte Sternberg schon länger – er selbst ist als Fotograf in der Kunst tätig. Gleich nach dem Austreten aus dem aktiven Berufsleben begann die Planung. Zuerst dachte er an einen Bauwagen, jedoch flatterte schon damals in seinem Kopf der kleinen Bau in der Bahnhofstraße. Und der Zufall kam ihm zu Hilfe: 2018 konnte er den Raum übernehmen. Sternbergs Traum war es, einen Raum zu schaffen, der Künstlern eine Plattform bietet, Hemmschwellen abbaut und möglichst viele Menschen anspricht – eine Gemeinschaft zusammenbringt. Die Vision wurde Wirklichkeit.

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  • Matinée „Tierisch! Lyrisch!, Monica Calla

    Monica Calla freut sich riesig auf ihre Matinée „Tierisch! Lyrisch!“ am 10.3. um 11 Uhr in der Zedergalerie Landsberg. Sie dankt dem Galerieverein Landsberg am Lech e.V. für diese jetzt schon zweite Zusammenarbeit! (Hier vor dem Foto “Bruno” von Harry Sternberg)

  • Nominierung Tassilo-Kulturpreis 2021

    Artikel von Katja Sebald, Süddeutsche Zeitung vom 06. April 2021

    Süddeutsche Zeitung, Starnberg R7, Dienstag 6. April 2021

    Tassilo Kulturpreis: Heimat finden durch die Kunst

    In seinem „Raum B1“ zeigt Harry Sternberg immer wieder Geschichten von Aufbruch und Ankommen in Utting

    Von Katja Sebald, Utting

    Die Eltern von Harry Sternberg waren Heimatvertriebene aus Schlesien, er selbst kam 1953 in Niederbayern zur Welt. Und doch fühlte auch er sich viele Jahre seines Lebens entwurzelt. Angekommen ist Sternberg erst, seit er mit seiner zweiten Frau in Utting am Ammersee lebt. Zur Erforschung von heimatgeschichtlichen Themen habe er vor allem wegen seiner eigenen Heimatlosigkeit gefunden, sagt er rückblickend.

    Harry Sternberg, für den Tassilo-Kulturpreis nominiert, wuchs auf einem abgelegenen Bauernhof bei Eggenfelden auf. Weil er ein später Nachzügler in der Familie war, hatte er keinen Kontakt zu anderen Kindern. Auch in der Schule blieb er ein Einzelgänger, er war schüchtern und hatte schlechte Noten. Sein einziges Glück war eine Kamera, die ihm sein Vater schenkte. Er brach die Schule ab, kam als Fünfzehnjähriger ganz allein nach München, machte eine Ausbildung und wohnte in einem Lehrlingsheim. Das Abitur holte er auf dem zweiten Bildungsweg nach, es folgten ein Ingenieurstudium und dann viele Berufsjahre im Bereich Energieberatung und -management. In den 1990er Jahren, nachdem er an den Ammersee gezogen war, fing er wieder an zu fotografieren. Bald darauf absolvierte er ein Fernstudium Fotografie an der Neuen Kunstschule Zürich.

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  • Der Uttinger Künstler Harry Sternberg erfüllt sich einen Lebenstraum

    Landsberger Tagblatt vom  04.03.2021, Utting

    Harry Sternberg hat sich mit dem Raum B1 in Utting einen Lebenstraum erfüllt. Am Bahnhofplatz präsentiert er seit dem Sommer 2018 kleine Kunstausstellungen.Foto: Thorsten Jordan

    Harry Sternberg kehrt nach seinem Umzug nach Utting zu einer alten Leidenschaft zurück. Mit dem Raum B1 erfüllt sich der Künstler einen Lebenstraum. Die Eltern stellten sich für ihn einen völlig anderen Lebensweg vor.

    Von Minka Ruile

    Seit dem Sommer 2018 präsentiert der Uttinger Künstler Harry Sternberg in seinem Ausstellungsraum B1 eigene Werke und auch die anderer Künstler. Damit hat er sich einen lang gehegten Lebenstraum erfüllt. Gradlinig war der Weg dahin für den Ingenieur der Versorgungstechnik aber nicht.

    Und wieder einmal hatten die Sternbergs im niederbayerischen Eggenfelden großen Kummer: „Klassenziel nicht erreicht“ lasen sie auf dem Zeugnis ihres Sohnes Harry. Durchgerasselt, und das zweimal hintereinander – ein Schulverweigerer, wie er heute selbst sagt. Ohne Abschluss stand der 14-Jährige nun da. Zu dem Zeitpunkt hätte Vater Sternberg auf die Karriere seines Jungen kaum gewettet. Dabei sollte der es doch einmal besser haben als der schlesische Schäfflermeister, der nach Kriegsende in der neuen Heimat beruflich nicht hatte Fuß fassen können und seine Familie als Hausmeister über Wasser hielt; besser auch als seine drei älteren Schwestern, denen der Vater keine Ausbildung hatte finanzieren können und die als Arbeiterinnen in der nahe gelegenen Schuhfabrik untergekommen waren. Geplatzt alle Träume der Eltern vom Sohn, der „seinen Weg schon machen wird“ – vorerst jedenfalls.

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  • Kunstwerke am See: Harry Sternberg

    Ammersee Kurier, Seite 2, 10. Juli 2020

    ,,Ich fotografiere fast nur noch mit dem Smartphone. “ Diesen Satz von einem passionierten Fotografen zu hören, mag überraschen. Harry Sternberg ist dieses Bekenntnis jedoch in keiner Weise unangenehm. Im Gegenteil, nach vielen Jahren, die er in fotografischer Hinsicht ebenso akribisch wie experimentell gearbeitet hat, genießt er diese unkomplizierte, freie Art, Eindrücke festzuhalten,» schließlich hat man das Handy immer griffbereit.

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  • Nacht der offenen Kirchen @ Schondorf – Utting – Holzhausen

    Lebensräume – mit diesem Titel haben wir, die Katholische Pfarreiengemeinschaft Utting-Schondorf und die Evangelische Kirchen-gemeinde Ammersee-West, die vierte „Nacht der offenen Kirchen“ überschrieben. Unsere Kirchen in Schondorf, Utting und Holzhausen sind tatsächlich Lebensräume – Räume, die dem Leben dienen sollen. Sie sind auch Räume, in denen sich Leben ganz sichtbar ereignet, denn in ihnen geht es häufig um Lebenswenden und um die großen Lebensfragen. Und es sind Räume, in denen der Einzelne Stille erleben und Gottes Gegenwart erspüren kann. Gleichzeitig stiften sie Gemeinschaft und verbinden Menschen miteinander.

    Am Freitag, 17. Juni 2016 öffnen wir von 20.00 bis 24.00 Uhr wieder die Türen unserer Kirchen und laden ein, diese Lebensräume auf ganz neue Weise zu entdecken. Auch in diesem Jahr haben wir ein vielfältiges geistliches, kulturelles und musikalisches Programm für Sie zusammengestellt. Eine Lesung von Martin Schleske aus seinem neuen Buch „Herztöne – Lauschen auf den Klang des Lebens“, ein Poetry Slam, Fotografien zum Thema „Lebensräume“, eine spirituelle Kirchenführung und vieles mehr warten auf Sie! Musikliebhaber kommen beim diesjährigen Programm ebenfalls auf ihre Kosten. Vom Orgelkonzert über die Konzerte der Kirchenchöre bis hin zu den Darbietungen von Vokalensembles und Gospelmusik ist alles dabei.

    Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt. Vor drei Kirchen besteht die Möglichkeit, einen kleinen Imbiss einzunehmen. Ein kostenloser Shuttle-Ser­vice bringt Sie zu den einzelnen Kirchen. In allen sieben Kirchen endet die „Nacht der offenen Kirchen“ mit einem gemeinsamen Nacht- und Segensgebet um Mitternacht.

    Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.

    Das Vorbereitungsteam wünscht Ihnen eine schöne
Nacht der offenen Kirchen mit vielen guten Begegnungen.

    Programmübersicht: programmuebersichtnachtderoffenenkirchen

    Maria Heimsuchung Utting, Ludwigstraße 12
    20 Uhr
    geerdet-gehimmelt Lebensräume erschließen Großformatige Fotografien: Harry Sternberg
    Interpretationen: Pfarrer Heinrich Weiß