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Die bildende Kunst sichtbar machen

Präsentation im Landsberger Landratsamt

Die bildende Kunst sichtbar machen

Eine neue Broschüre stellt Künstler aus dem Landkreis und ihre Werke vor. Von Thomas Wunder vom Landsberger Tagblatt

Annunciata Foresti bezeichnet sie als „schützenswerte Spezies“ und schließt sich selbst damit ein. Gemeint sind die bildenden Künstler, die Maler, die Bildhauer, die Fotografen, die keinen einfachen Stand haben. Dabei ist die zeitgenössische Kunstszene zwischen Ammersee und Lech äußerst lebendig. Sie weiter zu fördern und den Künstlern die Möglichkeit zu geben, sich und ihre Arbeit zu präsentieren, ist das Ziel der neuen Broschüre „Bildende Künstler im Landkreis Landsberg am Lech“, die jetzt vorgestellt wurde.

Vor fünf Jahren konnten bereits die Künstler rund um den Ammersee in dem Vorläufer der Broschüre auf sich aufmerksam machen. Die aktuelle Ausgabe hat den Radius auf den gesamten Landkreis vergrößert, 76 Künstler haben sich daran beteiligt, mit Infos über sich selbst, einem Foto eines ihrer Werke, Kontaktdaten und Möglichkeiten eines Atelierbesuchs. Herausgeber der neuen Übersicht sind KunstFormat aus Dießen, das Kulturbüro der Stadt und Annunciata Foresti.

Die Künstlerin aus Dießen präsentierte das neue Werk gemeinsam mit der stellvertretenden Ländrätin Ulla Kurz im Foyer des Landratsamtes. „Mit der Broschüre treten wir Künstler selbstbewusst vor die Öffentlichkeit und zeigen uns als solidarische Gruppe“, sagte sie vor Künstlern und Pressevertretern. Kunstschaffende würden jede Region bereichern und aufwerten. Sie kämpfe daher seit Jahren dafür, speziell die bildenden Künstler zu fördern. Denn die Bildhauer, Maler oder Fotografen könnten für den Genuss ihrer Werke, anders als Musiker oder Schauspieler, eigentlich keinen Eintritt verlangen. „Die Unkosten für Ausstellungen tragen wir selbst.“ Auch Aufträge seien immer schwerer zu erhalten.

Ulla Kurz sprach dieses Thema ebenfalls an und nahm die Kommunen in die Pflicht. Ausschreibungen für Kunst am Bau würden immer seltener. Das Bewusstsein für regional bildende Künstler sei gering, sagte Annunciata Foresti. „Wir würden uns mehr Würdigung wünschen, mehr öffentliche Ankäufe oder Aufträge, mehr Platz in den Wohnungen. Denn die Künstler leben nicht nur von Luft und Liebe, das ist ein Irrtum.“ Die Broschüre solle zum Ausdruck bringen, dass die Künstler vor Ort sind und etwas für die Region leisten.

Die Broschüre hat eine Auflage von 7500 Stück. Sie ist in Rathäusern, Fremdenverkehrsbüros und an anderen öffentlichen Orten im Landkreis erhältlich. Die kunsthistorische Einführung stammt aus der Feder von Thomas Raff und erinnert daran, dass sich seit der Mitte des 19. Jahrhunderts Künstler, insbesondere Maler, im Landkreis, vor allem aber am Westufer des Ammersees niedergelassen haben und aus den Städten flüchteten.

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