• Was vom Leben blieb

    Eine fotografische Spurensuche im ehemaligen Malek-Haus

    Als ich das ehemalige Malek-Haus 2024 fotografierte, war von der ursprünglichen Einrichtung bereits fast nichts mehr vorhanden. Das Haus war weitgehend leer.

    Geblieben waren nur wenige Spuren: der alte Ofen, ein Rest von einem Kühlschrank, Gebrauchsspuren an Wänden und Böden – und einige Fotografien, die noch an der Toilettentüre hingen. Kleine, unscheinbare Dinge, die plötzlich zu Zeugen eines vergangenen Lebens werden.

    Mich interessierte gerade diese Leere.

    Nicht das vollständig erhaltene Zuhause eines Menschen, sondern das, was nach seinem Verschwinden noch sichtbar war. Die wenigen Dinge wurden zu Hinweisen auf ein Leben, das sich nur noch erahnen ließ.

    Jan Malek hatte hier über viele Jahre gelebt und als Kunstschreiner gearbeitet. Das Haus war sein Wohn- und Arbeitsort. Als ich dort fotografierte, war diese Zeit bereits vergangen.

    Kurz darauf wurde das Gebäude umgebaut. Die wenigen verbliebenen Spuren verschwanden.

    Heute ist das ehemalige Malek-Haus das Holzhäusl.

    Die Fotografien zeigen deshalb nicht nur einen Ort. Sie halten einen Moment fest, in dem Vergangenheit und Gegenwart noch nebeneinander existierten.

    Was bleibt von einem Leben, wenn fast nichts mehr davon zu sehen ist?

    Vielleicht nur ein paar Spuren.

    Und manchmal ein Bild, das sie bewahrt.

  • Alles noch verpackt. Wie wollen wir die Welt sehen?

    Diese Aufnahme entstand 2026 in Kopenhagen und gehört zu meiner Serie „en passant – im Vorbeigehen“.

    Auf meinen Wegen halte ich mit dem Smartphone fest, was mir begegnet und meine Aufmerksamkeit weckt. Ich suche nicht lange nach dem Bild. Ich entdecke es im Vorbeigehen. Oft sind es alltägliche Situationen, Gegenstände oder Konstellationen, die zunächst unscheinbar wirken und bei genauerem Hinsehen eine weitere Ebene eröffnen.

    Hier sind es viele Sonnenbrillen, dicht nebeneinander und noch verpackt. Jede verändert den Blick. Die Welt erscheint heller oder dunkler, in anderen Farben – vielleicht sogar rosarot.

    Wir schauen alle auf dieselbe Welt und sehen sie doch unterschiedlich. Unsere Erfahrungen und Vorstellungen prägen unseren Blick.

    Wie wollen wir die Welt sehen? Und durch welche Brille schauen wir auf sie?

    Die Arbeit ist Teil der 38. Jahresausstellung des RBK Oberbayern-West.

    19. September bis 4. Oktober 2026

    Säulenhalle am Stadttheater
    Schlossergasse 381, 86899 Landsberg am Lech

    Öffnungszeiten:

    Dienstag bis Freitag: 16–20 Uhr
    Samstag und Sonntag: 14–20 Uhr

    Die Eröffnung findet am 19. September um 18 Uhr im Rahmen der Langen Kunstnacht Landsberg statt.

    Weitere Informationen zur RBK-Jahresausstellung⁠

    https://www.rbk-oberbayern.org

  • Kunstausstellung Bayrischzell

    Zwei Arbeiten „Gebundene Formen“ und „Temporäre Ordnung“ von mir werden gezeigt.

    Vom 08.08.26 bis 04.09.26

    72. Kunstausstellung Bayrischzell 2026 im Pfarrzentrum St.. Margarethe.

    Am 08. August 2026 eröffnet die Gemeinde Bayrischzell die 72. Kunstausstellung.

    Zudem werden Arbeiten regionaler und überregionaler Künstlerinnen und Künstler in professionell ausgestatteten Räumen gezeigt.

    Mit Ihrer 72. Auflage ist die Kunstausstellung eine der Ältesten der Region.

    Zusätzlich hat sie sich im Laufe der Jahre zu einer Präsentation hochwertiger zeitgenössischer Kunst entwickelt.

    Eine unabhängige Jury, bestehend aus drei Kunsthistorikerinnen bzw.. Kunsthistorikern, wählt 100 Exponate aus rund 200 eingereichten Werken aus.

    Zu sehen ist Acryl-, Aquarell- und Ölmalerei, Grafik, Video- und Fotokunst, Plastiken aus Stein, Bronze, Holz oder Ton, Collagen und Objektkunst.

    Eintritt 4,00 €.

  • Die Rebellen vom Ammersee-Westufer

    Der erfolgreiche Fotograf Yorck Dertinger hat nach Stationen in New York und München in Schondorf seine Heimat gefunden. Dort faszinierte ihn von Anfang an die lebendige alternative Szene. In seinem Langzeitprojekt „Auch Bayern“ porträtiert er Künstler, Außenseiter und Konsumverweigerer in Schwarz-Weiß.

    https://www.sueddeutsche.de/muenchen/starnberg/schondorf-yorck-dertinger-fotos-ammersee-westufer-rebellen-hippies-li.3356804

    „Kunsttransport“ (2021): Der Künstler und Kurator Harry Sternberg mit einem Bild des Uttinger Malers Hans Dumler. Foto: Yorck Dertinger

  • Leben in Blasen

    Die fotografische Performance entstand 2010 bei einem Straßentheaterfestival in Krakau.

    Zwei Menschen in einer transparenten Blase – sichtbar und doch abgeschirmt, nah und zugleich getrennt.

    Ein Bild, das für mich heute aktueller wirkt denn je. Wer gehört zu unserer Blase – und wer bleibt draußen?

    Foto: ©Harry Sternberg, 2010

    In unserer heutigen Zeit gibt es viele Spaltungen in der Gesellschaft. Menschen ziehen sich oft in ihre eigenen auch digitalen Welten zurück, sogenannte „Bubbles“. Diese Blasen können Schutz geben – aber sie können auch dazu führen, dass wir uns von anderen abschotten. Sie schaffen Nähe, aber auch Ausgrenzung.

    Die Frage ist: Wer gehört zu unserer Blase – und wer nicht? Wen nehmen wir wahr, und wer bleibt unsichtbar? Die Arbeit beschäftigt sich mit den Übergängen zwischen Körper, Raum und Gesellschaft. Gerade heute mit der Digitalisierung spüren wir diese Grenzen und Verbindungen besonders stark. Algorithmen entscheiden mit, was wir sehen und glauben. Politische Gruppen entfernen sich voneinander. Viele Menschen bleiben lieber in ihrer eigenen Komfortzone.

    Das Bild stellt wichtige Fragen: Wie wollen wir als Gesellschaft zusammenleben? Wie viel Nähe ist echt – und wie viel nur scheinbar? Es fordert uns auf, unser Miteinander neu zu überdenken.

    Denn heute zu Leben heißt oft in Blasen leben.

  • RBK-Ausstellung – „Modern Times“

    Ausstellung „Modern Times“ anlässlich der 25. Lange Kunstnacht Landsberg am Lech ein.

    Am 20. September 2025, wenn sich die Türen zur Langen Kunstnacht öffnen, eröffnen wir vom RBK um 18 Uhr im historischen Rathaus Landsberg unsere neue Ausstellung „Modern Times“.

    45 künstlerische Positionen in
    Malerei, Skulptur, Fotografie, Zeichnung, Ton, Druck, Montage, Assemblage, Collage und Digital Art – zwischen Zeitgeist, Reflexion und Aufbruch.

    Historisches Rathaus Landsberg
    Stiller Gang & Gewölbekeller
    Hauptplatz 152, Landsberg am Lech

    Ausstellung geöffnet vom 21. September bis 5. Oktober 2025
    Dienstag bis Sonntag, jeweils 14 – 17 Uhr
    (Am 3. Oktober bleibt die Ausstellung geschlossen.)

  • EN PASSANT – Ein neuer Blick

    EN PASSANT – Ein neuer Blick

    Mit dem Smartphone in der Tasche, ohne Inszenierung, ohne Eile – sehe ich. Meine Bilder entstehen en passant, im Vorübergehen.

    Sie sind Fragmente des Alltags, Fundstücke des Moments, stille Beobachtungen am Rand. Keine Suche, kein Plan – nur ein offenes Auge.

    Das Smartphone wird seit 2017 zu meinem Skizzenbuch. Ein Werkzeug der Reduktion, nicht der Perfektion. Ein Mittel, um wieder zu sehen – nicht nur zu knipsen.

    In einer Zeit, in der Fotografie oft zur schnellen Geste verkommt, zur Währung in sozialen Netzwerken, habe ich mich bewusst aus Facebook, Instagram und Whatsapp zurückgezogen.

    Ich veröffentliche nicht mehr, um zu performen, sondern ich gehe wieder den Weg über Ausstellungen.

    Diese Arbeit ist eine Rückkehr zur Langsamkeit des Blicks. Es ist ein leises Sehen, das sich gegen das Laute stellt. Keine schnellen Likes, keine Filter, kein Algorithmus. Nur Licht. Form. Zufall.

    „En passant“ oder „Im Vorbeigehen“ ist mein Versuch, der Welt wieder auf Augenhöhe zu begegnen.

    Nicht durch das Objektiv einer Kamera, sondern durch das Bewusstsein eines bewussten Blicks.

    Fotoserie aus dem Buchprojekt „en passant“, 2018

    ©Harry Sternberg

  • Zeitungsartikel Kreisbote Landsberg Ausstellung Rochlhaus

    Ausstellung im Thaininger Rochlhaus: Rundgang durch die Vielfalt

    Stand:15.05.2025, 07:56 Uhr

    Katharina Schellenberger Arbeit und Harry Sternbergs Fotografie aus dem Inneren der Paulskirche in Frankfurt.
    Arbeiten aus der RBK-Ausstellung im Thaininger Rochlhaus: Katharina Schellenbergers Arbeit und Harry Sternbergs Fotografie des Innenraums der Paulskirche in Frankfurt. © RBK – Schellenberger/Sternberg

    Das Rochlhaus in Thaining ist Schauplatz einer spannenden künstlerischen Auseinandersetzung: Der Regionalverband Bildender Künstlerinnen und Künstler Oberbayern-West (RBK) präsentiert die Gruppenausstellung „Im Spiel der Kontraste“.

    Zum vollständigen Artikel:

    https://www.merkur.de/lokales/landsberg-kreisbote/ausstellung-im-thaininger-rochlhaus-rundgang-durch-die-vielfalt-93731677.html

  • Im Spiel der Kontraste

    Ausstellung im Rochlhaus im Rahmen der Kreiskulturtage des Landkreises Landsberg

    Der Regionalverband bildender Künstlerinnen und Künstler Oberbayern-West e.V. präsentiert

    Im Spiel der Kontraste

    „Die Ausstellung „Im Spiel der Kontraste“ widmet sich dem faszinierenden Wechselspiel von Gegensätzen in der zeitgenössischen Kunst. Spielerisch und aus der Freude heraus erkunden die Mitglieder des RBK in vorwiegend kleinformatigen Werken visuelle, thematische und konzeptuelle Wechselwirkungen, die das Thema Licht und Schatten aufbringt. Mit Techniken von Malerei und Zeichnung über Skulptur bis Fotografie laden die Werke zu einer intimen, detailreichen Betrachtung ein und inspirieren, über das Offensichtliche hinauszuschauen. Die Kontraste entfalten dabei eine besondere Spannung, die den Betrachter zum Nachdenken über Balance und Gegensätze im Leben anregt. Gleichzeitig zeigt die Ausstellung, wie unterschiedlich und vielseitig sich das Thema in künstlerischen Ausdrucksformen umsetzen lässt.“

    Vernissage Sa. 10. Mai 14 Uhr, Einführende Rede Birgit Kremer, Kunsthistorikern M.A.

    Sa. + So. geöffnet von 14 – 20 Uhr, Ende 25. Mai (3 WE) 

    Ausstellungsort Rochlhaus in 86943 Thaining, Grasweg 20